Inferenz-Mining Open-Sourcen
Fünf Tage, ein Coin, und ein Rant
Oder: wie wir zwei zusätzliche Tage damit verbrachten, ein Rad neu zu erfinden, das niemand vorher gezeichnet hatte — und warum supr-meow-tsc existiert.
TensorCash (TSC) ist ein sympathischer kleiner Proof-of-Inference-Coin. Die Chain ist im Wesentlichen bitcoind mit einer anderen Work-Funktion — offen, vertraut, vernünftig. Die Mining-Seite hingegen ist ein geschlossenes Binary, das per wss:// zu einem magischen Inference-Server nach Hause telefoniert, ohne Protokoll-Spezifikation, ohne Quellcode, ohne Möglichkeit für einen Pool, sich einfach wie bei jedem anderen Coin einzuklinken. Also haben wir das Vernünftige getan: alles geöffnet, eine öffentliche Stratum-Spezifikation geschrieben und unseren eigenen Miner veröffentlicht — supr-meow-tsc. Fünf Tage statt der üblichen zwei-tägigen Integration, aber jeder zukünftige Pool und jeder zukünftige Miner darf sich den Schmerz sparen. Gern geschehen.
Kapitel I: Eine ganz gewöhnliche Coin-Integration
Wenn wir bei Suprnova einen neuen Coin hinzufügen, gibt es einen Rhythmus. Wir machen das seit 2013. Daemon-Docs lesen, Node aufsetzen, Chain syncen, ins Pool-Backend einbauen, ein paar Test-Rigs draufhalten, Shares sehen, Block verifizieren, kurz zufrieden nicken, weiter. Zwei Tage, einschließlich Kaffeepausen.
TensorCash sah auf den ersten Blick nach einer einfachen Nummer aus. Die Chain ist bitcoind unter der Haube — ein Bitcoin-Core-Fork mit umbenannter Qt-Ikone. RPC, Wallets, Block-Templates, alles am gewohnten Ort. Prima. Wird eine Kleinigkeit.
Dann versuchten wir tatsächlich zu minen.
Der komplette technische Rant — inkl. Stratum-Handshake, Vergleichstabelle geschlossen vs. offen, und der Wunschliste an die Coin-Devs — ist auf Englisch verfügbar. Deutsche Übersetzung folgt.